13.07.2026
Unser Newsletter wird demnächst umgestellt...

Als Nachfolger des erfolgreichen Portals kostenlose-urteile.de werden wir demnächst auch dessen Newsletter übernehmen und unter dem Namen urteile.news weiter betreiben.

Solange können Sie sich noch über kostenlose-urteile.de bei unserem Newsletter anmelden. Er enthält trotz des Namens kostenlose-urteile.de alle neuen Urteilsmeldungen von urteile.news und verweist auch dahin.

Wir bitten für die Unannehmlichkeiten um ihr Verständnis.

> Anmeldung und weitere Informationen
13.07.2026 

Dokument-Nr. 36099

Sie sehen die Ausrüstung eines Polizisten.
Drucken
ergänzende Informationen

Landgericht Zweibrücken Urteil09.07.2026

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter ist Körper­ver­letzung mit Todesfolge aber kein TotschalgLandgericht Zweibrücken verurteilt Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren

Der Angeklagte, ein Fahrgast, schlug bei einer Ticketkontrolle mehrfach auf einen Zugbegleiter ein, der eine letztlich tödliche Hirnblutung erlitt. Die 1. Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken hat den Angeklagten wegen Körper­ver­letzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren verurteilt. Eine Verurteilung wegen eines Tötungsdelikts schied nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme aus.

Im Zentrum der Haupt­ver­handlung stand die rechtliche Frage, ob der Angeklagte mit Tötungsvorsatz gehandelt hat. Nach ständiger Rechtsprechung setzt ein bedingter Tötungsvorsatz voraus, dass der Täter den Tod als mögliche Folge seines Handelns erkennt und sich mit diesem Ausgang abfindet, selbst wenn ihm dieser unerwünscht ist. Die Beurteilung dieser Frage erfordert eine Gesamtschau aller objektiven und subjektiven Tatumstände.

Kein Tötungsvorsatz

Im vorliegenden Fall ergab die Beweisaufnahme zwar Indizien, die für einen Tötungsvorsatz sprechen könnten wie die Massivität der Schläge gegen den Kopf des Opfers sowie das desin­ter­es­sierte Nacht­at­ver­halten des Angeklagten. Letzteres wurde durch den psychiatrischen Sachver­ständigen jedoch als psychologischer Verdrän­gungs­me­cha­nismus eingeordnet.

Gegen die Annahme, dass der Angeklagte die Lebens­ge­fähr­lichkeit seines Handelns erkannt hat, sprach entscheidend, dass das Tatopfer während der Tatausführung und unmittelbar nach den Schlägen keine sichtbaren Verletzungen aufwies. Auch anwesende Zeugen gingen zum Zeitpunkt des Geschehens nicht von einem tödlichen Ausgang aus. Warum dies nicht auch für den Angeklagten gelten sollte, ist nicht ersichtlich. Eine Äußerung des Angeklagten nach der Tat („That will teach him (...).", was ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie „Es wird ihm eine Lehre sein (...).") belegte, dass er mit dem Ableben des Opfers gerade nicht gerechnet hatte. Dass der Angeklagte auf das Tatopfer einschlug, als dieses bereits bewusstlos war, hatte eine rechts­me­di­zi­nische Sachverständige ausgeschlossen.

Der Angeklagte handelte voll schuldfähig.

Bei der Strafzumessung wirkte sich insbesondere das krasse Missverhältnis zwischen dem konkreten Tatanlass in Form der Fahrschein­kon­trolle und der massiven Körper­ver­letzung durch Faustschläge gegen den Kopf zum Nachteil des Angeklagten aus. Hinzu kam die verbale Herabwürdigung des Opfers durch den Angeklagten nach der Tat.

Quelle: Landgericht Zweibrücken, ra-online (pm/pt)

Nicht gefunden, was Sie gesucht haben?

Urteile sind im Originaltext meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst urteile.news alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://urteile.news/Urteil36099

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Die Redaktion von urteile.news arbeitet mit größter Sorgfalt bei der Zusammenstellung von interessanten Urteilsmeldungen. Dennoch kann keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Inhalte gegeben werden. Insbesondere kann urteile.news nicht die Rechtsberatung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt in einem konkreten Fall ersetzen.

Bei technischen Problemen kontaktieren Sie uns bitte über dieses Formular.

VILI